Mein erster Twitterbotworkshop an der HHU
Kategorien: Studium, Sprache, Python, Bots

Der erste Twitterbot ist immer der schwierigste. Aber das ist nicht weiter schlimm, wenn man Freunde hat, die einem helfen, mit den Eigenheiten von Twitter und Python klarzukommen. Um meinen Freund/innen, Bekannten und Tutand/innen diese Möglichkeit zu geben und ihnen zu zeigen, wie viel Spaß es macht, Twitterbots zu programmieren, habe ich gestern von 14:00 bis 20:30 einen Twitterbotworkshop an der Uni Düsseldorf geleitet.
Der erste Twitterbotworkshop ist nicht halb so schwierig wie der erste Twitterbot! Von der Organisation bis zur Umsetzung und den Ergebnissen war für mich alles ganz einfach und wunderschön. Ich wollte keine Präsentation oder irgendwas in Richtung Unterricht vorbereiten, sondern habe stattdessen einen Leitfaden geschrieben, über den wir etwas geplaudert haben und in dem alle jederzeit nachgucken konnten, wenn sie mit einem Schritt ihrer Projekte Probleme hatten. Es waren 11 Teilnehmende da, davon drei von der Uni Bochum und acht von der Uni Düsseldorf. Das war ein hervorragender Rahmen, um sich auszutauschen, aber nicht in der Masse unterzugehen.


Das größte Problem, das wir hatten, war, dass wir an den Unirechnern keine Berechtigung hatten, Dinge zu installieren, aber wir brauchten tweepy, um den Zugriff von Python auf Twitter zu ermöglichen. Die Lösung bestand dann daraus, dass wir einen USB-Stick mit einer kompletten Anaconda-Installation herumgereicht haben. Alle konnten sich diesen Ordner einfach auf den Computer kopieren und dann von dort aus Python starten. Wie praktisch, dass ich beim PythonCamp in Köln erfahren hatte, welche Vorteile Anaconda so hat!
Bevor wir anfingen, kreativ zu werden, haben wir erst einmal alle zusammen versucht, ein Hello-World-Programm zum Laufen zu kriegen. Ein kleines Hindernis dabei war, dass ich fehlerhaften Beispielcode hochgeladen hatte. Naja... kann ja mal passieren... die Fehler waren aber schnell gefunden und behoben. Noch störender war aber, dass man nur dann einen Bot in Betrieb nehmen kann, wenn man den Twitteraccount mit einem Handy verknüpft. Sechziger-Jahre-Unis haben häufig schlechten Handyempfang. Und selbst wenn dann der Verifizierungscode als SMS ankam, kam es immer noch ab und zu vor, dass er einfach nicht funktionierte. Wir haben nicht herausgefunden, woran das lag, nur, dass es funktioniert hat, nachdem wir uns aus- und wieder eingeloggt haben.

 

Und dann begann endlich der interessante Teil, die Tweetgenerierung! Ich hatte sicherheitshalber eine Reihe Beispielbots im Leitfaden vorgeschlagen, für Leute, die keine gute Idee mitbringen, aber soweit ich weiß, hat kaum jemand einen dieser Vorschläge direkt übernommen. Trotzdem hat die Liste geholfen, die Teilnehmenden zu inspirieren. Mein eigener Bot war mir an dem Tag beim Frühstück eingefallen und stand deshalb nicht mit auf der Liste.
Der eine Tag hat nicht ausgereicht, um die Bots wirklich soweit fertigzubauen, dass sie permanent online gestellt werden können. Aber die schwierigsten Schritte haben wir alle gemeinsam gelöst und jetzt können alle, die ein Projekt angefangen haben, das zuhause relativ einfach alleine fertigstellen. Ich habe alle herzlich eingeladen, mir ihre Ergebnisse zu schicken, damit ich sie zusammen mit meinen anderen Bots vom Server aus laufen lasse.
Einige Projekte, die gestern entstanden sind:


Ich konnte überall helfen, aber trotzdem zwischendurch an meinem eigenen Projekt arbeiten. Besonderen Respekt habe ich vor den Leuten, die vorher nur einen einzigen Pythonkurs hatten (bei mir) und schon so weit gekommen sind. Ich habe zwischen meinem ersten "Hello World"-Programm in Python und meinem ersten Twitterbot immerhin acht Jahre gebraucht...

Am allerschönsten war, als ich gefragt habe, ob jemand Interesse daran hätte, dass ich den nächsten Workshop als Blockseminar mit Credit Points anbiete. Da hat praktisch der ganze Raum angefangen zu jubeln. (Es wird aber wohl erst der übernächste werden, denn der nächste soll im November stattfinden, passend zum National Novel Generation Month, und das ist zum Anmelden eines Blockseminars zu kurzfristig.)

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